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Was ist ein Bagatellschaden?

Die Einen sagen so, Andere sagen so ähnliches, wem soll man da Vertrauen schenken und was sagt die Versicherung dazu?
Vor einigen Jahren war es keine Seltenheit, von einem Bagatellschaden zu sprechen, der einige tausend Euro kostete, Gutachten sollten möglichst vermieden werden, um Kosten zu sparen, denn es wurde vieles unter "Bagatellschaden" abgearbeitet. Dieses gehört der Vergangenheit an.
 
Definition für einen Bagatellschaden:
kleine Kratzer im Lack (Kotflügel oder Tür oder Seitenteil oder Stoßfänger)
Schrammen, Dellen (Kotflügel oder Tür oder Seitenteil oder Stoßfänger)
 
Rechtssprechung: Schadenshöhe bis ca. 700,00 €
 
Sind z. B. zwei Teile (Kotflügel und Tür) zerkratzt und gedellt, kann man nicht mehr von einer Bagatelle sprechen, denn die Reparaturkosten liegen mit Sicherheit oberhalb der 700,00 Euro-Grenze.
 
Unterhalb 700,00 € - Kostenvoranschlag von einer Kfz-Werkstatt oder Gutachter einholen
Oberhalb 700,00 € - Gutachten erstellen lassen
 
Stellt sich nach einem Bagatellschaden heraus, z. B. nach der Demontage des Stoßfängers, dass das dahinter liegende Teil auch deformiert worden ist und evtl. durch eine Instandsetzung oder durch den Einbau eines notwendigen Ersatzteils, die Reparaturkosten höher werden, als ca. 700,00 €, so wird auch das von der gegnerischen Versicherung (Nachweis-Bild oder Nachtrag Gutachten) reguliert.
Den Datenaustausch, wie Name, Anschrift, Kennzeichen, Versicherung etc. nicht vergessen. Bei Unstimmigkeiten oder Streit mit dem Unfallgegner oder bei Alkoholverdacht immer die Polizei holen! Bemühen Sie sich bei der Wahrheit zu bleiben – die Versicherung wird es Ihnen danken.
 
 
Euer ADAC Sachverständiger Helmut Ihring